Partner auf Augenhöhe

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Waldbauernholz Sauerland-Hellweg eG geht an den Start

-rvwl/mg- Olsberg.  In wenigen Wochen geht’s los: Seit dem 1. Juli haben die regionalen Sägewerker mit der Waldbauernholz Sauerland-Hellweg eG einen neuen Geschäftspartner im Bereich der Holzvermarktung. Während eines Informationsabends im IDEE Holzzentrum Olsberg stellte sich jetzt das Ende 2018 gegründete Holzhandelsunternehmen den Vertretern der heimischen Säge- und Holzwertstoffindustrie vor. „Wir bündeln und vermarkten das Holz von 3.500 privaten Waldbesitzern aus den Kreisen Soest, Hamm, Unna und dem Hochsauerlandkreis“, machten Norbert Gröblinghoff, Vorstandsvorsitzender der Waldbauernholz Sauerland-Hellweg eG, und der Bevollmächtigte Martin Wiese Wagner  deutlich. Mitglieder der Waldbauernholz-Genossenschaft sind die Forstwirtschaftliche Vereinigungen Sauerland, Meschede und Soest sowie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband. Die drei Forstwirtschaftlichen Vereinigungen bestehen aus insgesamt mehr als 50 Forstbetriebsgemeinschaften, Waldgenossenschaften und anderen Forstzusammenschlüssen mit insgesamt rund 50.000 ha Privatwald. „Wir haben uns vorgenommen, jährlich  150.000 bis 200.000 Festmeter Holz, vom Stammholz bis zum Industrieholz, zu veräußern“, so Norbert Gröblinghoff. 

Damit der Geschäftsbetrieb der neuen Holzvermarktungsgenossenschaft gut starten kann, hat die Genossenschaft einen versierten Geschäftsführer eingestellt: Michael Ester, der über langjährige Erfahrung im Holzhandel verfügt, wird künftig die Verkaufsverhandlungen für das zum Verkauf stehende Holz aus dem Privatwald im Bereich Sauerland-Hellweg führen. „Wir arbeiten weiterhin eng mit den staatlichen Revierleitern zusammen“, unterstrich Michael Ester. „Die Förster vor Ort  werden weiterhin die Waldbauern beraten und betreuen. Sie sind eine wichtige Verbindung zwischen den privaten Waldbesitzern und unserer Genossenschaft.“ Über den jeweiligen Revierförster werden die Mengen des zu verkaufenden Holzes aus dem Privatwald erfasst und über den Geschäftsführer der Genossenschaft verkauft. „Für die regionalen Sägewerke wollen wir ein verlässlicher Partner auf Augenhöhe sein. Die gewachsenen Geschäftsbeziehungen werden wir fortsetzen“, versicherte Ester den Vertretern der Sägeindustrie. „Als Holzvermarktungsgenossenschaft stärken wir die regionale Wirtschaft. Unser Ziel ist es, die örtlichen Sägewerke gut zu versorgen.“

Zum Hintergrund
Der Landesbetrieb Wald und Holz zieht sich aufgrund des Urteils im Kartellrechtsverfahren aus der gemeinschaftlichen Holzvermarktung zurück. Die privaten Waldbesitzer sind gefordert, neue Strukturen in der Holzvermarktung zu schaffen. Der Waldbesitz ist insgesamt stark gesplittert. Um auch die vielen kleinen Waldbesitzer bedienen zu können, ist eine Bündelung angezeigt, die auf den Strukturen der bestehenden Forstbetriebsgemeinschaften aufbauen kann. Die Forstbetriebsgemeinschaften einer Region schließen sich zu Forstwirtschaftlichen Vereinigungen zusammen. Das Holzaufkommen in den Gebieten mehrerer forstwirtschaftlicher Vereinigungen bildet dann die Basis für eine eigene Holzvermarktungseinrichtung.

„Als Rechtsforum für eine solche Holzvermarktungseinrichtung bietet sich die Genossenschaft an.  Der große Vorteil besteht darin, dass sich die Gesellschaft durch die Aufnahme neuer Mitglieder weiter entwickeln kann, ohne dass andere Gesellschafter dafür Gesellschaftsanteile abgeben müssen“, erläutert Dr. Martin Spielhoff vom Raiffeisenverband Westfalen-Lippe (RVWL), der die Gründung von Vermarktungsgenossenschaften fachlich begleitet. „Durch den mehrschichtigen bündelnden Aufbau der Strukturen ist die Zahl der Mitglieder in der Genossenschaft gering. Gleichzeitig haben die Waldbesitzer über einen Beirat die Möglichkeit, unmittelbaren Einfluss auf die Genossenschaft und die geschäftspolitische Ausrichtung zu nehmen“, so Dr. Spielhoff.

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