Grünes Licht für Fusion
Mit 148 Ja-Stimmen gegenüber 5 Nein-Stimmen haben sich die Mitglieder der Raiffeisen Maria-Veen-Lette eG auf der diesjährigen Generalversammlung in Reken für die Fusion mit der benachbarten Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern eG ausgesprochen. Deren Mitglieder sind nun gleichfalls aufgerufen, auf ihrer bevorstehenden Generalversammlung über die Verschmelzung zu beschließen. Dann wäre der Weg frei für die „Raiffeisen Regio eG“ mit Sitz in Haltern, die rückwirkend zum 1. Juli 2025 ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen würde.
„Wir freuen uns auf diese Herausforderung“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Uwe Inhestern nach der offen durchgeführten Abstimmung im vollbesetzten „Reken Forum“. „Ich sage Danke für das klare Votum“, meinte Burkhard Fry. Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Warengenossenschaft Haltern eG hatte sich zuvor zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Tobias Schlüter und den beiden Geschäftsführers Günter Hessing und Thomas Dopp den Mitgliedern der der Raiffeisen Maria-Veen-Lette vorgestellt.
Ziel der Fusion ist die Stärkung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit für die landwirtschaftlichen Mitglieder sowie den Kunden aus den umliegenden Regionen, die die Angebote beider Genossenschaften in den nichtagrarischen Geschäftsfeldern Einzelhandel, Energie und Baustoffe in Anspruch nehmen. Zudem erreiche man dank des Zusammenschlusses eine deutlich verbesserte wirtschaftliche Basis durch Synergie- und Einspareffekte unter anderem im Fuhrpark und in der Verwaltung. Beide Genossenschaften sind geschäftlich ähnlich unterwegs mit Futtermitteln als Hauptumsatzträger und haben eine annährend gleiche Größenordnung. Der Fusionsplan beider Institute war auf den Generalversammlungen im Januar bereits vorgestellt und diskutiert worden. Zudem hatte es im August und September dieses Jahres gut besuchte Infoveranstaltungen an den Betriebsstätten für die Mitglieder gegeben.
Keine Auswirkungen wird die Fusion auf die Mitarbeitenden haben. „Kündigungen sind ausgeschlossen“, betonte Geschäftsführer Heino Strump. Auch die Betriebsstätten würden alle erhalten bleiben. Man wolle im Gegensatz in einem größeren Rahmen noch attraktiver für die Mitglieder und Kunden werden und das Geschäft mit ihnen ausbauen. „Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beider Genossenschaften sind in Ordnung“, heißt es wörtlich im gemeinsamen Gutachten der beiden beteiligten Prüfungsverbände. „Besondere Risiken der Verschmelzung sind nicht erkennbar.“
Dass die Raiffeisen Maria-Veen-Lette eG gut aufgestellt ist, verdeutlichte Heino Strump in seinen Ausführungen zum geschäftlichen Verlauf im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025. Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2025 erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen Beschäftigten Umsatzerlöse in Höhe von 27,2 Millionen Euro. „Das ist ein respektables Ergebnis“, bilanzierte Strump zufrieden.
Nach dem Bericht des Aufsichtsrats sowie dem Verlesen des Prüfungsberichts durch Uwe Inhestern erteilten die Mitglieder dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung. Die 342 Mitglieder werden nach – ebenfalls einstimmigen - Beschluss der Versammlung mit einer Dividende von 4,5 Prozent am Jahresüberschuss beteiligt.
Ludger Wiesweg schied nach über 26 Jahren im Ehrenamt aus dem Vorstand aus und wurde an der Seite seiner Frau Jola von Vorstand Frank Niemer vom Raiffeisenverband Westfalen-Lippe (RVWL) mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Für den Vorstand der „Raiffeisen Regio eG“ nominiert wurden Hendrik Schemmer, Martin Beumer und Burkhard Kleinhölting. Für den Aufsichtsrat nominiert wurden Uwe Inhestern, Wilhelm Altrogge, Thomas Brinkert, Bernd Elsbecker, Johannes Strukamp, Sebastian Voßkühler und Christian Wübbeling
