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„Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen“

Personen standen auf der Generalversammlung der BBAG Rhedebrügge neben dem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2024/2025 im Fokus

Üblicherweise stehen die Bilanzzahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres im Mittelpunkt der Generalversammlung einer Genossenschaft. Bei der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BBAG) Rhedebrügge eG war es diesmal anders. In diesem Jahr standen am Mittwochabend (19. November) im vollbesetzten Saal vom „Landgasthaus Enck“ nach der Eröffnung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Lensing drei Führungspersonen zumindest gleichwertig im Blickpunkt des Interesses. 

Namentlich vor allem Geschäftsführer Martin Epping, der letztmalig in dieser Funktion den Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 2024/2025 vorlegte. Nach fünf Jahren im Amt wechselt er wie bekannt in gleicher Funktion ab dem 1. Januar 2026 zur benachbarten AGRi V Raiffeisen eG in Borken. 

„Martin hat in den letzten fünf Jahren als Kopf der gesamten Mannschaft die Genossenschaft weiter nach vorne gebracht. Er ist in seinem Gebiet, in dem was er macht, eine Koryphäe“, würdigte Vorstandsvorsitzender Bernhard Niehaves in seinem Schlusswort zum Ende dieser denkwürdigen Versammlung die Verdienste des scheidenden Geschäftsführers. Und weiter, und unter dem Beifall der Mitglieder: „Schön, dass du, lieber Martin, unsere Genossenschaft so erfolgreich begleitet hast. Vielen Dank dafür!“ 

Die Weichen für die Nachfolge sind gestellt. Und zwar aus dem eigenen Team: Ab dem 1. Januar 2026 leiten Lea Stratmann und Malin Sümpelmann gemeinsam die Geschäfte in Rhedebrügge. „Vor euch beiden ziehe ich den Hut und zolle euch großen Respekt, dass ihr euch dieser Aufgabe stellt. Ich wünsche euch eine gute Hand in der Geschäftsführung unserer Genossenschaft“, erklärte Vorstandsvorsitzender Bernhard Niehaves weiter.

Vorstandsvorsitzender Bernhard Niehaves stand zuvor selbst mit seinen langjährigen Verdiensten im Fokus. Für sein 25-jähriges Jubiläum im Ehrenamt zeichnete ihn Vorstandsmitglied Klaus Lehmkuhl vom Raiffeisenverband Westfalen-Lippe (RVWL) mit der Raiffeisennadel in Silber aus. „Der Verantwortung ihrer Aufgabe haben Sie sich immer mit äußerster Hingabe gewidmet“, würdigte Lehmkuhl die Verdienste von Bernhard Niehaves. 

Ebenfalls mit der Raiffeisennadel in Silber geehrt wurde das scheidende Vorstandsmitglied Hugo Nienhaus. „Sie haben die Entwicklung ihrer Genossenschaft seit fast 38 Jahren in ihrer Rolle zuerst als Aufsichtsrat und seit 2015 als Vorstand aktiv vorangetrieben“, würdigte Lehmkuhl in seiner Laudatio. 

Neben Menschen gab es, wie kann es gesetzlich in einer Generalversammlung anders sein, auch viele Daten, Zahlen und Fakten, die Martin Epping in seinem Geschäftsbericht für 2024/2025 präsentierte. Der Gesamtumsatz belief sich auf 15,7 Millionen Euro. „Wir haben eine solide Finanzstruktur“, bilanzierte Epping. Deutliche Zuwächse gab es im Handel mit Dünger und Futtermitteln. „Ein absolutes Wachstum gegen den Markttrend“ war im Einzelhandel zu verzeichnen. Wichtigste Investitionen waren der Bau und Ende Juli 2024 die Inbetriebnahme der Tankstelle mit angeschlossenen SB-Kiosk („Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen“, so Epping) sowie die Dachsanierung der der Sackwaren- und Stückguthalle. Aus dem Jahresüberschuss werden die 167 Mitglieder nach einstimmigem Beschluss mit einer Warenrückvergütung und einer dreiprozentigen Dividende beteiligt.

Im Bericht des Aufsichtsrats und im Prüfungsbericht wird der BBAG Rhedebrügge eine geordnete Geschäftsführung attestiert. Der Jahresabschluss zum 30. Juni 2025 wurde einstimmig genehmigt, Vorstand und Aufsichtsrat wurden ebenso einstimmig entlastet.  Raphaell van Hövell und Peter Lensing wurden erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Stefan Sühling zieht für Jörg Lehmbrock, der in den Vorstand wechselt, in den Aufsichtsrat ein. Für Bernd Garvert rückt Lukas Föcking in den Aufsichtsrat nach.

„Tierseuchen: Übersicht und aktuelle Situation in NRW.“ Darüber referierte kenntnisreich und sehr anschaulich – und damit schließt sich der Kreis der Personen – abschließend Dr. Julia Große-Ahlert von der Tierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft. Das 2014 gegründete Unternehmen ist zuständig für die Umsetzung der vom Veterinäramt angeordneten Maßnahmen und der Tilgung von Tierseuchen (Abtransport, Reinigung, Desinfektion) im Betrieb. Das sind aktuell die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Geflügelgrippe. Die Afrikanische Schweinepest ist eine für den Menschen ungefährliche Erkrankung. Sie ist eine durch einen Virus hervorgerufene Infektionskrankheit, die ausschließlich Schweine – Haus- und Wildschweine – betrifft und meist tödlich endet. Die Geflügelpest wird durch Wildvögel verbreitet und sei deutschlandweit inzwischen „ein massives Problem“, so die Expertin und forderte die Landwirte auf, besonders auf die Hygiene zu achten. „Jeder sollte seine Biosicherheit überdenken“, mahnte Dr. Julia Große-Ahlert. „Wir müssen alle vorsichtig sein.“