„Wir sind gut aufgestellt und nehmen die Herausforderungen der Zeit an“
Über 2.500 landwirtschaftliche Mitglieder im Münsterland und am Niederrhein und insgesamt 390 Mitarbeitende in 14 Geschäftsstellen – das sind drei wichtige Kennzahlen der Agri V Raiffeisen eG. Dass sich die heimische Genossenschaft in ihren Geschäftsfeldern rund um den Pflanzenbau und der Tierhaltung sowie in den nicht agrarischen Bereichen Energie, Einzelhandel, Brenn- und Treibstoffe weiter erfolgreich in ihren Märkten bewegt, wurde am Donnerstagabend (27. November) auf der Generalversammlung im Vennehof in Borken deutlich.
„Ich wünsche Ihnen einen kurzweiligen und informativen Abend und freue mich über ein volles Haus“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Paul Krasenbrink in seinen einleitenden Worten. Zuvor hatte Vorstandsvorsitzender Hans-Josef Gräven wichtige Ereignisse im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025 Revue passieren lassen. „Wir haben ordentlich in die Standorte und die Leistungsfähigkeit der Agri V investiert“, stellte er zufrieden fest. Sein Fazit: „Wir sind gut aufgestellt und nehmen die Herausforderungen der Zeit an.“ Sein besonderer Gruß galt den neuen Mitgliedern aus Wertherbruch, die nach der Fusion im Vorjahr erstmals an der Generalversammlung teilnahmen.
Die wichtigsten Kennzahlen der Bilanz zur Bilanz der Genossenschaft und der gesamten Agri V-Gruppe aus dem Geschäftsjahr 2024/2025 stellte Geschäftsführender Vorstandssprecher Stefan Nießing vor. Die Agri V-Gruppe besteht neben der Agri V Raiffeisen eG als Unternehmenskern aus der Agri V Produktions-GmbH und der AGRIVIEH GmbH. In letztere hat die Genossenschaft ihr Viehgeschäft (Nutz- und Schlachtvieh) ausgegliedert. Hier wurden, wie Geschäftsführer Dr. Franz Greshake berichtete, Umsatzerlöse in Höhe von 185,7 Millionen Euro erwirtschaftet. 879.000 Tiere wurden vermarktet. Neu hinzugekommen ist seit wenigen Tagen die Viehhandlung Alexander Mölders in Uedem. Start der Zusammenarbeit wird der 2. Januar 2026 sein.
Kerngeschäft ist nach wie vor das landwirtschaftliche Geschäft mit den bäuerlichen Mitgliedern und Kunden. Hier belief sich der Gesamtumsatz auf 153,8 Millionen Euro. Wichtigster Umsatzträger sind die Futtermittel. Insgesamt konnte die Menge im Vergleich zum Vorjahr auf 345.000 (326.000) Tonnen deutlich gesteigert werden. „Wir verkaufen nicht nur Futtermittel, sondern auch Konzepte“, stellte Brake abschließend zufrieden fest.
Über die Entwicklung in den Bereichen Pflanzenbau, Energie und Einzelhandel berichtete Prokurist Eckhard Sy. „Die Planzahlen sind zufriedenstellend“, so Sy. Im Einzelhandel habe man mit 20,5 Millionen Umsatz ein Plus, bei den Brenn- und Treibstoffen mit 55,7 Millionen Euro einen wichtigen Beitrag geleistet. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft beläuft sich auf 236,9 Millionen Euro, der Gesamtumsatz der Gruppe auf 417,4 Millionen Euro.
Nach dem Bericht des Aufsichtsrats durch den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Franz-Josef Fell und dem Bericht über die gesetzliche Prüfung erteilte die Versammlung Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. Einstimmigkeit herrschte auch beim Beschluss über die Gewinnverwendung sowie bei der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand. Der Jahresüberschuss fließt zum großen Teil in die Rücklagen. Zusätzlich wird eine Warenrückvergütung über 400.000 Euro und eine Dividende über 3,0 Prozent an die 2.509 Mitglieder ausgeschüttet.
Neu in den Vorstand gewählt wurden Isabel Tangerding und Franz-Josef Fell. In den Aufsichtsrat ziehen Andreas Kox (Kerken), Heinz-Wilhelm Tölkes (Kempen) und Stefan Kochs (Grefrath) ein. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Feierlich verabschiedet wurde Henning Barten. Er schied nach zwölf Jahren aus betrieblichen Gründen aus dem Vorstand aus.
Als künftig neuer Geschäftsführer und als Nachfolger für Berthold Brake, der Ende 2026 in den Ruhestand wechselt, stellte sich Martin Epping der Versammlung vor. Er wird zum Jahresbeginn 2026 seinen Dienst an der Seite von Stefan Nießing und Berthold Brake aufnehmen.
Einen Impulsvortrag zum Thema KI (Künstliche Intelligenz) hielt abschließend Stefan Krämer. „KI ersetzt nicht den Menschen – sie gibt ihm das Werkzeug um noch besser zu werden“, so seine Botschaft.
