„Das letzte Jahr war alles andere als langweilig“
Die Berichte über wesentliche Entwicklungen in 2025 und der Ausblick auf das laufende Wirtschaftsjahr 2026 prägten die diesjährige Mitgliederversammlung vom Raiffeisenverband Westfalen-Lippe (RVWL). „Das letzte Jahr war alles andere als langweilig“, brachte es Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jochen Farwick auf den Punkt. In seiner Funktion als Versammlungsleiter freute er sich über ein volles Haus und reges Interesse der Delegierten der Mitgliedsgenossenschaften im Versammlungsort, Gut Havichhorst in Münster.
Der RVWL wächst und entwickelt sich weiter. Dies verdeutlichten die beiden Vorstände Frank Niemer und Klaus Lehmkuhl anhand zahlreicher Daten, Zahlen und Fakten. So stieg bis Ende 2025 die Zahl der genossenschaftlich organisierten Mitgliedsunternehmen auf 89 (Vorjahr: 77) an. Unter den Neumitgliedern sind vier Bürgerenergiegenossenschaften und zwei Taxi-Genossenschaften sowie die Konsumgenossenschaft Norderney („Insel Markt“). „Gerade der ländliche Raum braucht Genossenschaften mehr denn je“, betonte Jochen Farwick.
Dass der RVWL und seine Mitgliedsgenossenschaften wirtschaftlich solide aufgestellt sind, verdeutlichte Frank Niemer. Sie erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von addiert rund 3,4 (Vorjahr: 3,7) Milliarden Euro. Den Großteil der Umsätze erbringen nach wie vor die Genossenschaften im landwirtschaftlichen Waren- und Viehgeschäft.
Der RVWL erwirtschaftete einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 81.444 Euro. Bei den Prüfungsmandaten wurde vom RVWL und ihrer Tochtergesellschaft ASM Audit Service Münster GmbH wiederum die 100er Grenze überschritten. „Alle Prüfungen wurden fristgerecht abgeschlossen“, freute sich Frank Niemer.
Kerngeschäft des RVWL ist die gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlussprüfung für Genossenschaften. Weitere Geschäftsfelder liegen in der Betreuung und Beratung, insbesondere bei Fragen zum Steuerrecht, betriebswirtschaftlichen Themen, der Digitalisierung, der Produktentwicklung und als Regionalverband - zusammen mit dem Bundesverband DRV, Berlin – als Netzwerkpartner in der Interessensvertretung für Genossenschaften im ländlichen Raum. „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“, fasste Klaus Lehmkuhl die Interessenbündelung zusammen.
Nach einstimmigem Beschluss der Versammlung wird der Jahresüberschuss den Gewinnrücklagen zugeführt. Ebenso einstimmig wurde nach der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat Marcus Engbert (VVG Münsterland) erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Johannes Schulze Höping (RAILAND Raiffeisen) zieht als Nachfolger von Dieter Hagedorn (Raiffeisen Ostwestfalen-Lippe) in den Aufsichtsrat ein. Beide Wahlen erfolgten jeweils einstimmig. Auch die vorgeschlagene Satzungsänderung wurde einstimmig angenommen. Demnach wird neben der Prüfung auch das Beratungsangebot des RVWL in die Satzung aufgenommen. Zudem wird der Hilfsfonds als neues Organ des RVWL in seiner Bedeutung für in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser geratene Genossenschaften aufgewertet.
