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„Mehr Tierwohl? Aber das muss auch bezahlt werden“

Firmenchefs Clemens Tönnies (Tönnies Unternehmensgruppe), Michael Schulze Kalthoff (Westfleisch SCE) und Dr. Dirk Köckler (AGRAVIS Raiffeisen AG) diskutierten auf der Generalversammlung der Raiffeisen Steinfurter Land über „Haltungsformen für mehr Tierwohl“

Tierwohl geht uns alle an – Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie die landwirtschaftlichen Züchter von Rindern, Schweinen und Geflügel, deren Handelspartner sowie der Lebensmitteleinzelhandel (LEH). „Eine breite Diskussion um Tierhaltung ist im Gange“, brachte es Johann Prümers zu Beginn der Diskussionsrunde auf den Punkt. 

„Haltungsstufen für mehr Tierwohl – Wohin geht die Reise?“. So lautete die Fragestellung, zu der Johann Prümers, ausgewiesener Agrarexperte und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisen Steinfurter Land, mit den drei Firmenchefs Clemens Tönnies (Tönnies Unternehmensgruppe), Michael Schulze Kalthoff (Westfleisch SCE) und Dr. Dirk Köckler (AGRAVIS Raiffeisen AG) auf der Generalversammlung der Raiffeisen Steinfurter Land vor den interessierten Landwirten in den Austausch trat.

Dabei war von Dissonanzen bei den drei Diskutanten, die mit ihren Unternehmen – mit AGRAVIS und Westfleisch genossenschaftlich ausgerichtet – durchaus im scharfen Wettbewerb stehen, wenig zu spüren. Der Lebensmitteleinzelhandel lasse sich trotz der großen Marktmacht beim Thema Tierwohl einbinden, darin waren sich alle einig. Trotz deren großer Marktmacht. Schließlich teilen sich nur vier Unternehmen weitgehend den Markt in Deutschland auf. Aber dagegen könne man als Handelspartner gegenhalten. 

Ebenso einig waren sich die drei Unternehmensleiter in der Aussage von Clemens Tönnies „Was nicht geht, ist immer nur fordern und nicht bezahlen.“ Schließlich müssten Landwirte und Handelspartner wie AGRAVIS, Tönnies und Westfleisch in Vorleistung treten. „Wir brauchen deutlich mehr Tierwohl in den Ställen“, pflichtete ihm Michael Schulze Kalthoff bei. „Aber das muss auch bezahlt werden.“ Und weiter: „Wir sehen uns bei der Westfleisch beim Thema Tierwohl als Unternehmen gut gewappnet.“ 

„Die Tierhaltung in Deutschland ist eindeutig gut“, meinte Schulze Kalthoff weiter. „Wir haben hier im Kreis Steinfurt einen super Standort für die Tierhaltung“, ergänzte Dr. Dirk Köckler. „Wir Genossenschaften können Tierwohl. Und wir haben hier die besten Produzenten im europäischen Vergleich.“

Einigkeit herrschte auch beim Thema Label, den staatlichen Kennzeichen mit fünf Haltungsformen. Das überfordere den Verbraucher und interessiere ihn eher wenig, so die Einschätzung der drei Experten in der Runde. Ihr Fazit in Richtung der Landwirte: Lasst uns mit einer Stimme sprechen.